Willi Fedder beendet Schiedsrichterkarriere

Fußball-Schiedsrichter Wilhelm Fedder (Eintracht Ahaus)

Einer der bekanntesten Schiedsrichter im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld hat aufgehört. Der 83-jährige Wilhelm Fedder hat aus Altersgründen die Pfeife aus der Hand gelegt.

45 Jahre war das Urgestein von Eintracht Ahaus auf den Plätzen im Fußballkreis unterwegs. In seiner Laufbahn brachte er es bis zu Einsätzen in der Bezirksliga. Dabei kam Fedder eher zufällig zur Schiedsrichterei.

Willi Fedder hatte eine Übungsleiter-Ausbildung absolviert und musste dabei auch die Schiedsrichter-Prüfung ablegen. Als das die Verantwortlichen erfuhren, setzten sie Fedder einfach zu einem Spiel an. „Das wollte ich gar nicht“, erzählt er rückblickend. Er habe nicht einmal ein Trikot besessen, sagt er schmunzelnd. Doch letztlich war es die richtige Entscheidung. Das nötige Trikot besorgte ihm damals der Verein schnell.

Sich selbst bezeichnet der 83-Jährige als „härteren Schiedsrichter“, einer der konsequent gewesen sei. „Die Spieler konnten sofort meinen Stil sehen.“ Die Konsequenz hält Willi Fedder für sehr wichtig. „Ich lasse keinen Spieler an mich rankommen.“ Darauf könne sich jeder einstellen.

Für den Ahauser war es immer wichtig, dass „jeder vor Spielbeginn bei null wieder anfängt“. Neues Spiel, neues Glück. Er, der mehrere Tausend Spiele über die Bühne gebracht hat, hatte sich Respekt auf den Plätzen erworben. „Der Schiedsrichter muss in 0,7 Sekunden entscheiden. Da passieren natürlich auch Fehler“, weiß er. Dennoch: Er habe die Spiele immer nach bestem Wissen und Gewissen geleitet. Darauf legt Willi Fedder viel Wert.

In all den Jahrzehnten war immer auf ihn Verlass. Wenn Not am Mann war, leitete der Ahauser auch mal zwei Spiele hintereinander. „Ich wollte die Spieler und Vereine nicht im Stich lassen“, sagt Willi Fedder.

Zeitweise pfiff er drei- bis fünf Spiele in der Woche. Wenn ihn Schiedsrichter-Obmann Josef Wermer um 17 Uhr anrief, ob er noch am gleichen Abend ein Spiel übernehmen könne, ließ Fedder alles liegen und schnappte sich seine Tasche.

Er ist auf den Fußballplätzen der Region bekannt wie ein bunter Hund. Als eine Art Belohnung für die Zuverlässigkeit durfte er auch mal Preußen Münster pfeifen.

Doch nicht nur auf dem Platz war er sehr aktiv. Fedder schrieb früher eine monatliche Regel-Kolumne für eine Tageszeitung. Selbst mit dem Fifa-Schiedsrichter Hellmut Krug telefonierte er einige Male oder erhielt Post von ihm.

Vor seiner Schiedsrichter-Laufbahn hatte er sich schon jahrelang bei Eintracht Ahaus engagiert. Von der Jugend bis zur ersten Mannschaft durchlief er als Spieler alle Mannschaften. Mit 32 Jahren hörte er in den Senioren auf und ist Mitbegründer der Altherren.

Doch Fedder kickte nicht nur selbst, sondern stand viele Jahre auch als Trainer und Betreuer sowohl bei der Jugend als auch den Senioren in der Verantwortung.

Jetzt ist mit der aktiven Zeit aber Schluss. Den Schiedsrichtern will Willi Fedder jedoch weiter die Treue halten und bei den Fortbildungen sich auf dem Laufenden halten.

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